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Die Fensterbank – Wenn aus Dekoration langsam Lagerhaltung wird

Autorenbild: jdolnicek
jdolnicek
25. Sept.
3 Min. Lesezeit

Wenn die Fensterbank plötzlich ein Eigenleben entwickelt

Es beginnt meistens ganz harmlos.

Eine Kerze. Eine kleine Pflanze. Vielleicht noch ein hübscher Stein vom letzten Spaziergang.

Sieht schön aus.

Dann kommt irgendwann die Post dazu.

Nur kurz natürlich.

Daneben landet ein Schlüssel, eine Sonnenbrille und die Tasse vom Morgen. Irgendjemand legt noch eine Packung Taschentücher dazu.

Und ganz hinten steht dieses eine "Dekoding", das man irgendwann einmal wunderschön fand, inzwischen aber eigentlich gar nicht mehr richtig sieht.

Ein paar Wochen später schaut man auf die Fensterbank und denkt:

„Interessant. Wann genau haben wir hier eigentlich eine kleine Lagerhalle eröffnet?“

Kommt Dir das bekannt vor?



Wenn aus „kurz ablegen“ langsam „bleibt jetzt hier“ wird

Fensterbänke haben eine faszinierende Eigenschaft.

Sie sind praktisch.

Man läuft daran vorbei, legt schnell etwas hin und denkt:

„Das räume ich später weg.“

Dieses „später“ hat allerdings seine ganz eigene Zeitrechnung.

Aus einem Gegenstand werden zwei. Aus zwei werden fünf und irgendwann stehen dort Dinge nebeneinander, die sich unter normalen Umständen vermutlich niemals kennengelernt hätten.

Die Kerze neben dem Kassenzettel.

Die Zimmerpflanze neben der Sonnenbrille.

Und irgendwo dazwischen liegt etwas, bei dem längst niemand mehr weiss, wem es eigentlich gehört.

Das Spannende daran ist:

Irgendwann sehen wir es nicht mehr.



Was offene Flächen über unseren Alltag erzählen

Wir laufen jeden Tag an unserer Fensterbank vorbei.

Gerade deshalb nehmen wir irgendwann kaum noch wahr, was sich dort angesammelt hat. Das passiert nicht nur auf Fensterbänken.

Auch der Esstisch, die Kommode im Flur oder der berühmte Stuhl im Schlafzimmer werden gerne zu kleinen Zwischenstationen unseres Alltags.

Dort landen die Dinge, über die wir gerade keine Entscheidung treffen möchten.

„Brauche ich noch.“

„Weiss nicht, wohin damit.“

„Mache ich später.“

„Könnte man vielleicht noch brauchen.“

Plötzlich wird aus einer Ablagefläche ein Sammelplatz für vertagte Entscheidungen.

Vielleicht ist es deshalb manchmal gar nicht die Unordnung selbst, die uns belastet.

Sondern all die kleinen Entscheidungen, die still darauf warten, irgendwann getroffen zu werden.



Dekoration braucht Raum

Eine Pflanze kann wunderschön wirken.

Eine Kerze auch.

Ein Erinnerungsstück sowieso.

Aber wenn alles nebeneinandersteht, verlieren selbst schöne Dinge irgendwann ihre Wirkung.

Wir sehen nicht mehr die einzelne Pflanze, die Kerze oder den Stein vom letzten Urlaub.

Wir sehen nur noch:

voll.

Vielleicht kennst Du dieses Gefühl nicht nur von Deiner Fensterbank.

Manchmal ist auch unser Alltag so voll, dass selbst die schönen Dinge darin kaum noch Platz bekommen.

Termine, Aufgaben, Gedanken. Dinge, die noch erledigt werden sollten.

Vielleicht brauchen nicht nur unsere Räume zwischendurch etwas Luft.

Vielleicht brauchen wir sie auch selbst.



Ein kleines Fensterbank-Experiment

Räume Deine Fensterbank einmal komplett leer.

Wirklich komplett.

Auch die Pflanze, auch die Kerze , auch das Dekostück, das dort schon seit Jahren steht.

Und dann mach erst einmal:


Nichts!


Lass die Fensterbank einen Moment leer.

Vielleicht fühlt sich das ungewohnt an.

Vielleicht sogar ein bisschen kahl und dann stell nur das zurück, was Du dort wirklich haben möchtest.

Nicht automatisch, weil es vorher dort stand.

Sondern ganz bewusst.

Vielleicht bleibt eine Pflanze.

Vielleicht eine Kerze und ein Erinnerungsstück.

Vielleicht bleibt sogar ein Stück der Fensterbank einfach frei.

Plötzlich merkst Du vielleicht:

Nicht der Gegenstand hat gefehlt. Sondern der Raum darum herum.



Wenn eine kleine Fläche plötzlich etwas verändert

Ordnung bedeutet nicht, dass eine Wohnung leer sein muss.

Ganz im Gegenteil.

Ich mag Räume, in denen man erkennt, dass Menschen leben.

Persönliche Dinge dürfen sichtbar sein.

Erinnerungen dürfen ihren Platz haben.

Eine Wohnung muss nicht aussehen wie ein Möbelkatalog.

Doch es macht einen Unterschied, ob etwas seinen Platz bewusst bekommen hat oder einfach irgendwann dort liegen geblieben ist.

Vielleicht schaust Du heute einmal auf Deine Fensterbank.

Und fragst Dich:

Was davon möchte ich wirklich sehen?


Nicht:

„Was kann hier noch stehen?“


Sondern:

„Was tut diesem Platz gut?“


Manchmal braucht es keine grosse Aufräumaktion.

Manchmal beginnt Veränderung auf einer einzigen kleinen Fläche.



Ein kleiner RaumImpuls für Dich

Mach Dir eine Tasse Tee.

Öffne das Fenster und schau Dir Deine Fensterbank einmal ganz bewusst an.

Welcher Gegenstand darf bleiben?

Welcher darf weiterziehen?

Qo würde ein bisschen mehr freie Fläche vielleicht auch Dir gerade guttun?

Denn manchmal entsteht Leichtigkeit nicht dadurch, dass wir etwas Neues hinzufügen.

Sondern dadurch, dass wir wieder etwas Raum lassen.



Dein nächster Schritt

In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch nehmen wir uns Zeit für Deine Situation.

Gemeinsam schauen wir, wo sich in Deinem Zuhause Dinge angesammelt haben und was es braucht, damit wieder mehr Klarheit, Leichtigkeit und Raum zum Durchatmen entstehen darf, ohne Perfektionsdruck und in Deinem eigenen Tempo.

Ich freue mich darauf, Dich kennenzulernen.


Von Herzen,

Jeannette Usora Dolnicek



Manchmal beginnt Veränderung an ganz unscheinbaren Orten …

Eine Fensterbank, ein Esstisch oder eine Schublade können mehr über unseren Alltag erzählen, als wir zunächst vermuten.

Vielleicht schenken Dir auch diese Beiträge weitere Impulse dafür, Deine Räume mit einem neuen Blick zu betrachten – und herauszufinden, was bleiben darf und was vielleicht längst weiterziehen möchte.


Der Esstisch – Mehr als nur ein Platz zum Essen


Warum Aufräumen so schwer fällt

Aquarell einer dekorierten Fensterbank mit Pflanzen, Büchern, Kerzen und Tasse.

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