Der Stuhl, auf dem nie jemand sitzt – Was er über Ordnung im Familienalltag verrät
- jdolnicek

- 12. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Juli
Was ein Kleiderstuhl über Ordnung im Familienalltag verrät
Es gibt ihn vermutlich in fast jedem Zuhause.
Nicht den Esstischstuhl. Nicht den Bürostuhl.
Ich meine diesen einen Stuhl.
Den Stuhl, auf dem nie jemand sitzt.
Vielleicht steht er im Schlafzimmer. Vielleicht in einer Ecke des Wohnzimmers. Vielleicht hat er sich sogar heimlich zum festen Familienmitglied entwickelt.
Gerade wenn das Leben turbulent ist, wird sichtbar, wie herausfordernd Ordnung im Familienalltag manchmal sein kann.
Seine eigentliche Aufgabe wäre es, Menschen einen Platz zum Sitzen anzubieten.
Doch stattdessen trägt er Pullover, Jacken, Handtaschen, Schals, Jeans, Sportkleidung und gelegentlich auch Dinge, deren Herkunft niemand mehr so genau nachvollziehen kann.
Man könnte sagen: Dieser Stuhl arbeitet deutlich mehr, als ursprünglich vorgesehen war.
Wenn der Stuhl zum Zwischenlager wird
Die Kleidung landet dort meist nicht aus Nachlässigkeit.
Sie ist zu sauber für die Wäsche.
Zu getragen für den Schrank.
Zu praktisch, um sie wegzuräumen.
So entsteht nach und nach ein kleiner Berg aus „Ich brauche das vielleicht morgen wieder“.
Was zunächst ganz harmlos beginnt, entwickelt sich oft zu einer erstaunlich stabilen Konstruktion.
Manchmal fragt man sich sogar, ob der Stuhl überhaupt noch darunter existiert.
Mehr als nur ein Möbelstück
So unscheinbar dieser Stuhl wirkt, erzählt er oft etwas über unseren Alltag.
Er zeigt, wie viele Entscheidungen wir täglich treffen müssen.
Wie oft wir Dinge nur kurz ablegen, um uns später darum zu kümmern.
Wie viele Aufgaben, Gedanken und Verpflichtungen gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit beanspruchen.
Der Kleiderstuhl entsteht selten aus Faulheit.
Viel häufiger entsteht er dort, wo Menschen viel tragen.
Nicht nur Kleidung.
Sondern Verantwortung.
Familie.
Arbeit.
Organisation.
Alltag.
Zwischen Funktionieren und Durchatmen
Gerade in Familien ist das Leben oft voller Bewegung.
Kinder möchten begleitet werden.
Termine wollen organisiert sein.
Der Haushalt läuft nebenbei.
Und irgendwo dazwischen versucht man noch, an sich selbst zu denken.
Da wird der Stuhl schnell zum Symbol für all die kleinen Dinge, die gerade keinen Platz finden.
Für das „später“.
Für das „ich kümmere mich noch darum“.
Für alles, was im Moment einfach weniger wichtig erscheint als die Menschen, um die wir uns kümmern.
Ordnung im Familienalltag hat nichts mit Perfektion zu tun
Vielleicht geht es gar nicht darum, dass dieser Stuhl immer leer sein muss.
Vielleicht geht es vielmehr darum, bewusst wahrzunehmen, was sich dort sammelt.
Denn manchmal sammeln sich auf diesem Stuhl nicht nur Kleider.
Sondern auch Erschöpfung.
Überforderung.
Unerledigte Gedanken.
Und der Wunsch nach einer kleinen Pause.
Ordnung bedeutet nicht, perfekt zu sein.
Ordnung bedeutet oft einfach, wieder bewusst hinzuschauen.
Wenn der Stuhl wieder sichtbar wird
Manchmal reicht ein kleiner Moment.
Die Kleidung wegräumen.
Tief durchatmen.
Den Stuhl wieder als das erkennen, was er eigentlich ist.
Ein Platz zum Sitzen.
Ein Platz zum Ausruhen.
Vielleicht sogar eine kleine Erinnerung daran, dass auch wir selbst einen Platz brauchen dürfen.
Nicht erst morgen.
Nicht irgendwann.
Sondern heute.
Falls Du beim Lesen gerade an einen ganz bestimmten Stuhl denken musstest ...
Keine Sorge – Du bist damit ganz sicher nicht allein.
Wenn wieder Platz zum Sitzen entsteht
Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem grossen Umbruch.
Manchmal beginnt sie mit einem Stuhl, auf dem plötzlich wieder jemand sitzen kann.
Wenn Du das Gefühl hast, dass sich in Deinem Zuhause mehr angesammelt hat als nur Kleidung, wenn Chaos, Überforderung oder festgefahrene Muster Deinen Alltag belasten, begleite ich Dich gerne dabei, wieder mehr Klarheit, Struktur und Leichtigkeit zu schaffen.
In einem unverbindlichen Gespräch schauen wir gemeinsam, welche Impulse für Deine aktuelle Situation hilfreich sein könnten.
Ich freue mich darauf, Dich kennenzulernen.
Von Herzen,
Jeannette Usora Dolnicek
Vielleicht wartet dort noch eine Geschichte auf Dich...
Jeder Raum erzählt seine eigene Geschichte. Vielleicht findest Du in den folgenden Impulsen einen Gedanken, der Dich berührt und Dich auf Deinem Weg zu mehr Klarheit und Leichtigkeit begleitet.






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