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Lehrpersonen oder Leerpersonen? Wenn das Herz langsam verstummt

  • Autorenbild: jdolnicek
    jdolnicek
  • 10. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Aug.


Zwischen Herzblut und Erschöpfung

Neulich ist mir ein Wort durch den Kopf gegangen.

Nicht Lehrpersonen sondern Leerpersonen.

Ich musste zuerst über mein eigenes Wortspiel schmunzeln.

Doch je länger ich darüber nachdachte, desto stiller wurde ich.

Denn manchmal treffen uns ausgerechnet die Wörter, die gar nicht geplant waren.

Vielleicht, weil sie eine Wahrheit aussprechen.

Es passiert nicht plötzlich.

Nicht von heute auf morgen.

Du bist einmal mit leuchtenden Augen und viel Herzblut in den Lehrberuf eingestiegen.

Mit dem Wunsch, Kinder zu begleiten, sie zu stärken und etwas in ihrem Leben zu bewegen.

Du wolltest nicht einfach unterrichten.

Du wolltest Spuren hinterlassen.

Doch irgendwo zwischen Förderplänen, Elterngesprächen, Konflikten, Sitzungen, Weiterbildungen, Q-Tagen, Zeitdruck und immer neuen Anforderungen verändert sich langsam etwas.

Fast unbemerkt. Du funktionierst. Du organisierst.

Du hältst durch und irgendwann merkst Du:

Die Kraft reicht gerade noch für alle anderen.

Aber kaum noch für Dich selbst.

Nicht, weil Du Deinen Beruf nicht mehr liebst. Sondern weil dauerhaftes Geben selbst das grösste Herz irgendwann erschöpfen kann.

Vielleicht beginnt genau dort der leise Weg von der Lehrperson zur Leerperson.



Warum Lehrpersonen innerlich leer werden

Eine Lehrperson kann hervorragend ausgebildet sein.

Sie kann Unterricht vorbereiten. Kinder individuell fördern.

Elterngespräche führen. Konflikte lösen.

Den Überblick behalten.

Und trotzdem……innerlich leer sein.

Nicht weil sie ihren Beruf nicht liebt.

Sondern weil sie über einen langen Zeitraum mehr gegeben hat, als sie selbst wieder auftanken konnte.

Ich begegne immer wieder Lehrpersonen mit einem riesigen Herzen.

Menschen, die jeden Tag ihr Bestes geben.

Die zuhören. Ermutigen. Auffangen. Begleiten.

Doch manchmal frage ich mich: Wer begleitet eigentlich sie?



Wenn Funktionieren zur Gewohnheit wird

Der Schulalltag verlangt viel.

Oft mehr, als Aussenstehende überhaupt wahrnehmen.

Du begleitest emotionale Spannungen.

Stärkst verunsicherte Kinder. Schlichtest Konflikte.

Vermittelst Wissen. Organisierst. Dokumentierst.

Planst und versuchst täglich, allen gerecht zu werden.

Während sich fast alles um die Bedürfnisse der Kinder dreht, geschieht oft etwas ganz Stilles: Du selbst wirst immer leiser.

Die eigenen Gefühle rücken in den Hintergrund.

Das Herz, mit dem Du einmal gestartet bist, verschwindet langsam hinter dem täglichen Funktionieren. Nicht, weil Dir die Kinder egal geworden sind.

Sondern weil dauerhaftes Geben unglaublich viel Kraft kostet.



Wenn alte Muster im Schulalltag weiterwirken

Vielleicht ist diese Leere gar nicht nur Erschöpfung.

Vielleicht trägst Du Verantwortung, die gar nicht Deine ist.

Vielleicht fällt es Dir schwer, Grenzen zu setzen.

Vielleicht möchtest Du unbewusst alle retten.

Vielleicht wirken alte Muster aus Deiner eigenen Geschichte bis heute in Deinem Schulalltag.

Manchmal glauben wir, wir tragen die Verantwortung für unsere Klasse. Dabei tragen wir unbewusst noch viel ältere Lasten mit uns, Lasten, die ihren Ursprung oft weit vor dem ersten Schultag haben.

Wir räumen Schreibtische auf. Wir strukturieren Unterricht. Wir erstellen Förderpläne.

Doch wer hilft uns dabei, das aufzuräumen, was unsichtbar auf unseren Schultern liegt?

Genau dort beginnt für mich die eigentliche Ordnung.

Nicht im Klassenzimmer.

Sondern im Inneren.



Warum Kinder unsere innere Haltung spüren

Kinder nehmen erstaunlich fein wahr, ob Du innerlich präsent bist

oder nur noch funktionierst.

Ob Deine Ruhe echt ist oder mühsam aufrechterhalten wird.

Ob Beziehung noch spürbar ist oder bereits vom Stress überlagert wird.

Gerade sensible Kinder reagieren auf diese unausgesprochenen Spannungen.

Nicht selten entsteht dadurch noch mehr Unruhe im Klassenzimmer.

Der Druck wächst.

Ein Kreislauf beginnt.



Was Familiensysteme mit dem Schulalltag zu tun haben

Kinder möchten nicht nur lernen. Sie möchten gesehen werden.

Mit ihren Gefühlen. Mit ihren Unsicherheiten. Mit ihren Stärken.

Aber auch mit dem, was sie selbst noch gar nicht in Worte fassen können.

Echte Veränderung entsteht selten durch mehr Druck oder durch noch bessere Methoden. Sie entsteht dort, wo Beziehung möglich wird.

Wo sich ein Kind wirklich angenommen fühlt und Vertrauen wachsen darf.



Wie Lehrpersonen wieder zu sich selbst finden

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft.

Kinder brauchen keine perfekten Lehrpersonen. Sie brauchen keine Leerpersonen.

Sie brauchen Menschen, die mit sich selbst verbunden sind.

Menschen, die lachen können.

Die Fehler machen dürfen. Die ihre Grenzen kennen und die zeigen,

dass Stärke nicht bedeutet, alles allein tragen zu müssen.

Denn wenn Du Dich selbst wieder wahrnimmst,

kannst Du auch den Kindern wieder mit offenem Herzen begegnen.

Nicht perfekt sondern echt.

Genau dort beginnt oft die tiefste Veränderung.



Mein Impuls für Dich

Vielleicht hast Du Dich in einigen Zeilen wiedergefunden.

Vielleicht spürst Du schon länger, dass Du nur noch funktionierst und dabei selbst immer mehr aus dem Blick verlierst.

Genau dort setzt meine Arbeit an.


In einem unverbindlichen Gespräch schauen wir gemeinsam hin nicht nur auf Deinen Schulalltag, sondern auch auf das, was Dich innerlich trägt oder belastet.

Denn manchmal liegt die grösste Herausforderung nicht im lauten Klassenzimmer.

Sondern darin, dass aus einer engagierten Lehrperson langsam eine Leerperson geworden ist. Genau das darf sich verändern.


Ich freue mich darauf, Dich kennenzulernen.


Von Herzen,

Jeanntte Usora Dolnicek



Dein Herz macht den Unterschied …

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