Warum gute Lehrpersonen sich selbst oft zuletzt sehen
- jdolnicek

- vor 12 Stunden
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Zwischen Fürsorge und Selbstvergessenheit
Es gibt einen Satz, den ich immer wieder höre.
„Die Kinder stehen an erster Stelle.“
Jedes Mal denke ich: Ja, natürlich.
Kinder brauchen Menschen, die sie begleiten, stärken und an sie glauben.
Doch irgendwann frage ich mich etwas anderes.
Wer steht eigentlich an erster Stelle, wenn alle anderen an erster Stelle stehen?
Gute Lehrpersonen sehen unglaublich viel
Sie bemerken den stillen Blick eines Kindes.
Sie spüren, wenn hinter einem Wutausbruch eigentlich Angst steckt.
Sie erkennen kleine Fortschritte, die für andere unsichtbar bleiben.
Sie erinnern sich daran, wer heute traurig angekommen ist.
Wer gestern einen Streit hatte.
Wer dringend ein aufmunterndes Wort braucht.
Genau das macht gute Lehrpersonen aus.
Sie sehe nicht nur Leistungen sondern Menschen.
Irgendwann verändert sich etwas
Mit den Jahren wächst nicht nur die Erfahrung.
Oft wächst auch die Verantwortung.
Förderpläne. Elterngespräche. Standortbestimmungen. Dokumentationen. Sitzungen.
Weiterbildungen. Neue Vorgaben.
Und gleichzeitig bleiben die Bedürfnisse der Kinder dieselben.
Sie möchten gesehen werden.
Also gibst Du weiter, Tag für Tag, mit Herz, mit Engagement und mit Hingabe.
Bis irgendwann etwas ganz Leises geschieht.
Während Du alle anderen im Blick behältst, verschwindest Du langsam aus Deinem eigenen Blick, nicht absichtlich, nicht bewusst.
Einfach Schritt für Schritt.
Die Stärke guter Lehrpersonen kann zur eigenen Herausforderung werden
Gerade die engagiertesten Lehrpersonen haben oft ein grosses Herz.
Sie möchten helfen, verstehen, begleiten und trösten.
Sie übernehmen Verantwortung.
Manchmal sogar mehr, als sie eigentlich tragen müssten.
Doch genau darin liegt eine leise Gefahr.
Wer ständig auf die Bedürfnisse anderer achtet, verliert manchmal den Kontakt zu den eigenen. Nicht aus Schwäche, sondern aus Liebe zu seinem Beruf.
Wenn Grenzen verschwimmen
Vielleicht kennst Du das.
Du denkst auf dem Heimweg noch an ein Kind.
Du überlegst am Abend, wie Du einem Elternpaar besser helfen könntest.
Am Wochenende fällt Dir plötzlich eine Idee für einen Schüler ein.
Dein Herz arbeitet weiter, obwohl Dein Arbeitstag längst vorbei ist.
Was von aussen wie grosses Engagement aussieht, kann innerlich unglaublich viel Kraft kosten.
Manchmal steckt mehr dahinter
Ich glaube, dass wir nicht nur Lehrpersonen sind.
Wir sind Menschen mit einer eigenen Geschichte.
Vielleicht fällt es Dir schwer, Nein zu sagen.
Vielleicht möchtest Du niemanden enttäuschen.
Vielleicht hast Du schon früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen.
Vielleicht fühlt es sich selbstverständlich an, zuerst für andere da zu sein.
All das kann sich später ganz unbemerkt im Schulalltag zeigen.
Nicht weil Du etwas falsch machst.
Sondern weil wir unsere Geschichte immer ein Stück weit mit in unser Berufsleben nehmen.
Kinder brauchen keine Selbstaufgabe
Kinder profitieren von Lehrpersonen, die präsent sind.
Von Menschen, die mit offenem Herzen begleiten.
Doch Kinder brauchen keine Lehrpersonen, die sich selbst dabei verlieren.
Vielleicht lernen Kinder sogar etwas sehr Wertvolles, wenn sie erleben dürfen, dass auch Erwachsene gut für sich sorgen.
Dass Grenzen nichts mit Ablehnung zu tun haben.
Dass Pausen wichtig sind.
Dass Selbstfürsorge kein Egoismus ist.
Sondern gelebte Verantwortung.
Dich selbst wieder sehen
Vielleicht beginnt Veränderung nicht mit einer neuen Methode.
Nicht mit einem weiteren Kurs.
Nicht mit noch mehr Perfektion.
Vielleicht beginnt sie mit einer einfachen Frage:
Wann hast Du Dich selbst das letzte Mal genauso aufmerksam wahrgenommen wie die Kinder, die Du täglich begleitest?
Nicht mit Kritik. Nicht mit schlechtem Gewissen.
Sondern mit derselben Freundlichkeit, die Du den Kindern jeden Tag schenkst.
Mein Impuls für Dich
Vielleicht hast Du Dich in einigen Zeilen wiedergefunden.
Vielleicht spürst Du schon länger, dass Du die Bedürfnisse aller anderen im Blick hast – nur Deine eigenen immer seltener.
Genau dort setzt meine Arbeit an.
In einem unverbindlichen Gespräch schauen wir gemeinsam auf Deine Situation. Wertschätzend, ohne Bewertung und mit einem Blick auf das, was Dich stärkt und was Dich vielleicht schon viel zu lange Kraft kostet.
Denn ich bin überzeugt:
Wer sich selbst wieder sieht, kann auch andere mit offenem Herzen begleiten.
Ich freue mich darauf, Dich kennenzulernen.
Von Herzen
Jeanntte Usora Dolnicek
Auch Du darfst gut für Dich sorgen …
Wer Kinder Tag für Tag mit Herz begleitet, braucht selbst Momente der Ruhe, der Klarheit und des Auftankens. Vielleicht schenken Dir auch diese Gedanken neue Perspektiven und erinnern Dich daran, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern die Grundlage dafür, andere mit offenem Herzen begleiten zu können.
RaumImpulse – weil Kinder starke Lehrpersonen brauchen und starke Lehrpersonen auch gut für sich selbst sorgen dürfen.






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