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Das Ladekabel – Warum unsere Energie immer für alle reichen soll

Autorenbild: jdolnicek
jdolnicek
vor 11 Minuten
5 Min. Lesezeit

Bei 8 Prozent werden wir plötzlich nervös

Es gibt diese Zahl, bei der erstaunlich viele Menschen augenblicklich aktiv werden.

8 %.

Nicht auf dem eigenen Energielevel.

Beim Handy.

Da wird nicht lange diskutiert.

Wo ist das Ladekabel?

Hat jemand eine Powerbank?

Gibt es hier irgendwo eine Steckdose?

Wir lassen alles stehen und liegen, um dieses kleine technische Wesen vor dem drohenden Zusammenbruch zu retten.

Bei 5 % wird es ernst.

Bei 2 % beginnt die persönliche Katastrophenvorsorge.

Bei 1 % sind wir bereit, fremde Menschen nach einem Ladekabel zu fragen.

Eigentlich faszinierend.

Denn wenn unser eigener Akku seit Tagen irgendwo bei 8 % herumdümpelt, reagieren wir erstaunlich gelassen.

„Geht schon noch.“

„Nur noch diese Woche.“

„Am Wochenende erhole ich mich.“

„Das mache ich schnell noch.“ Und weiter geht's.



Das Ladekabel fürs Handy und was lädt eigentlich uns auf?

Unser Handy zeigt ziemlich zuverlässig an, was es braucht.

Der Akku wird rot.

Eine Warnung erscheint und irgendwann funktioniert einfach nichts mehr.

Bei uns Menschen ist das etwas komplizierter.

Unser Körper schickt zwar ebenfalls Signale.

Wir sind müde. Ungeduldiger als sonst.

Können uns schlechter konzentrieren.

Kleine Dinge nerven plötzlich unverhältnismässig.

Wir sehnen uns nach Ruhe und haben gleichzeitig das Gefühl, dafür keine Zeit zu haben.

Doch statt uns an eine Steckdose zu hängen, was vermutlich ohnehin etwas unpraktisch wäre, machen wir weiter.

Weil noch jemand etwas braucht.

Weil noch etwas erledigt werden muss.

Weil wir Verantwortung tragen.

Weil wir uns daran gewöhnt haben, dass unsere Energie irgendwie reichen wird.



Wenn wir ständig Energie weitergeben

Besonders Menschen, die viel für andere da sind, kennen dieses Gefühl.

Eltern. Lehrpersonen. Menschen in sozialen Berufen.

Menschen, die organisieren, begleiten, zuhören, auffangen und oft schon merken, was gebraucht wird, bevor jemand überhaupt danach fragt.

Sie geben Energie ab. Ein bisschen hier. Ein bisschen dort. Ein Gespräch. Eine Aufgabe.

Ein Problem, das noch schnell gelöst werden muss.

Und jedes einzelne davon wirkt zunächst gar nicht besonders gross.

Doch irgendwann stellt sich die Frage:

Wer lädt eigentlich Dich wieder auf?

Denn auch der stärkste Akku hat keine unendliche Kapazität.



Manche Energieräuber haben keinen Stecker

Nicht alles, was uns Energie kostet, steht in unserem Kalender.

Manches ist unsichtbar.

Ein Konflikt, der noch in uns arbeitet.

Eine Entscheidung, die wir vor uns herschieben.

Der Anspruch, es allen recht machen zu wollen.

Das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein.

Alte Glaubenssätze. Erwartungen.

Gedanken, die auch dann weiterlaufen, wenn wir eigentlich längst Feierabend haben.

Vielleicht kennst Du diese Abende.

Du sitzt endlich auf dem Sofa.

Eigentlich wäre jetzt Ruhe.

Aber Dein Kopf hat offenbar beschlossen, noch eine Teamsitzung mit sich selbst abzuhalten.

Mit vollständiger Traktandenliste und leider ohne festgelegtes Sitzungsende.

Auch das kostet Energie.



Aufladen ist nicht dasselbe wie Pause machen

Manchmal glauben wir, Erholung bedeute einfach, nichts zu tun.

Doch nicht jede Pause lädt uns wirklich auf.

Eine Stunde auf dem Sofa mit dem Handy in der Hand kann entspannend sein.

Sie kann aber auch bedeuten, dass unser Kopf in dieser Stunde ungefähr 87 neue Informationen verarbeitet hat.

Deshalb lohnt sich eine andere Frage:


Nicht nur: „Wann habe ich Pause?“

Sondern: „Was gibt mir tatsächlich Energie zurück?“


Vielleicht ist es ein Spaziergang.

Musik. Ein Gespräch mit einem Menschen, bei dem Du nichts erklären musst.

Ein Buch. Natur. Stille. Kreativität.

Oder einfach eine halbe Stunde, in der niemand etwas von Dir möchte.

Was uns auflädt, ist sehr individuell.

Aber wir müssen überhaupt erst wahrnehmen, dass unser Akku leerer wird.



Warum wir trotzdem immer noch etwas anschliessen

Das Interessante an unserem Alltag ist:

Je voller er bereits ist, desto leichter kommt manchmal noch etwas dazu.

Ein Termin geht noch. Diese Aufgabe übernehme ich auch. Natürlich helfe ich.

Das mache ich schnell.

Wir behandeln unsere Energie manchmal wie eine Mehrfachsteckdose.

Da ist bestimmt noch irgendwo ein Platz frei.

Wenn keiner mehr frei ist?

Dann kommt eben noch eine Steckdosenleiste dazu.

Bis irgendwann alles gleichzeitig läuft.

Nur wir selbst nicht mehr.

Vielleicht besteht Selbstfürsorge deshalb nicht immer darin, noch etwas Neues in unseren Alltag einzubauen.

Vielleicht geht es manchmal darum, etwas auszustecken.



Du musst nicht erst bei 1 Prozent reagieren

Wir warten erstaunlich oft, bis Erschöpfung nicht mehr zu übersehen ist.

Bis der Körper laut wird. Bis die Geduld fehlt.

Bis selbst kleine Aufgaben plötzlich riesig wirken.

Dabei würden wir unser Handy niemals so behandeln.

Wir laden es meistens schon vorher.

Vielleicht dürfen wir lernen, mit unserer eigenen Energie ähnlich aufmerksam umzugehen.

Nicht erst dann, wenn nichts mehr geht.

Sondern früher.

Wenn wir merken: Das wird gerade viel. Ich brauche Ruhe.

Ich möchte heute Nein sagen.

Das kann warten.

Diese Verantwortung gehört vielleicht gar nicht zu mir.

Denn Grenzen zu setzen bedeutet nicht, andere im Stich zu lassen.

Es bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass wir selbst nicht irgendwann völlig leer dastehen.



Mein Impuls für Dich

Vielleicht schaust Du heute einmal nicht auf den Akkustand Deines Handys.

Sondern auf Deinen eigenen.

Wenn Du Deinem Energielevel gerade eine Zahl geben müsstest:

Wie viel Prozent sind noch da?

Und dann kommt die spannendere Frage:

Was lädt Dich wirklich auf?

Nicht irgendwann. Nicht im nächsten Urlaub.

Nicht wenn endlich alles erledigt ist.

Sondern in Deinem ganz normalen Alltag.

Vielleicht braucht es keine riesige Veränderung.

Vielleicht reicht heute schon ein kleines Nein.

Eine Pause ohne schlechtes Gewissen.

Eine Aufgabe weniger.

Oder die Entscheidung, nicht für alles und jeden die persönliche Powerbank sein zu müssen.



Wenn Dein eigener Akku wieder wichtiger werden darf

Vielleicht erkennst Du Dich darin wieder.

Du funktionierst, organisierst, kümmerst Dich und bist für andere da und bemerkst erst spät, wie wenig Energie für Dich selbst übrig bleibt.

Genau dort lohnt es sich hinzuschauen.

Denn manchmal sind es nicht nur die vielen Aufgaben, die uns erschöpfen. Es können auch alte Muster, übernommene Verantwortungen oder der eigene Anspruch sein, immer stark sein zu müssen.


Bei RaumImpulse schauen wir gemeinsam darauf, was Dir Energie nimmt und was Dir wieder Raum zum Auftanken geben kann. Im Aussen und im Inneren.

Wenn Du spürst, dass Dein eigener Akku schon länger im roten Bereich läuft, freue ich mich auf ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit Dir.

Denn Dein Handy muss nicht das Einzige sein, dessen Warnsignal Du ernst nimmst.

Du darfst Dich aufladen, bevor Dein Akku bei 1 % steht.


Von Herzen

Jeannette Usora Dolnicek 



Wenn Dein Akku noch ein bisschen Aufmerksamkeit braucht

Vielleicht sind es nicht nur die grossen Aufgaben, die uns Energie kosten. Oft sind es die vielen kleinen Dinge, offenen Entscheidungen und Verantwortungen, die wir Tag für Tag mit uns herumtragen. Manches davon sehen wir erst, wenn wir beginnen, genauer hinzuschauen.

Wenn Du noch ein wenig weiterlesen möchtest, könnten Dich auch diese Gedanken begleiten:







Aquarell eines Smartphones mit fast leerem Akku und Ladekabel, umgeben von sanften Rosa-, Beige- und Blaugrüntönen.

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